Das Bobath-Konzept ist das weltweit in allen therapeutischen und pflegerischen Bereichen erfolg-reich angewandte Konzept zur Rehabilitation von Menschen mit Erkrankungen des ZNS. Solche Erkrankungen gehen einher mit Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen und evtl. einer Spastik.


Die Kernbereiche der Arbeit nach dem Bobath-Konzept sind  

  • zentral bedingte teilweise oder vollständige Lähmung (Parese bzw. Plegie) eines Körperabschnittes,
  • Haltungs-, Gleichgewichts- und Bewegungsstörungen, unkontrolliert erniedrigte Muskelspannung (Hypo-tonus, schlaffe Lähmung) bzw. unkontrolliert erhöhte Muskelspannung (Hypertonus, Spastik) sowie
  • Störungen der Körperselbstwahrnehmung
    (Propriozeption).

 

Das Bobath-Konzept strebt einen Lernprozess an, durch den der Patient gemeinsam mit dem Therapeuten die Muskelspannung (Muskeltonus) und Bewegungs-funktionen neu erarbeiten kann. 

Therapieraum3_2 


Das Bobath-Konzept bedient sich zweier Arbeits-Prinzipien:

  1. Die Regulation des Muskeltonus und 
  2. die Anbahnung physiologischer Bewegungsabläufe.


Alle Lernangebote werden nach diesen beiden Prinzipien gestaltet und ihr Erfolg nach ihnen beurteilt. 

Die Therapie und die Pflege von hirngeschädigten Menschen nach dem Bobath-Konzept müssen so früh wie möglich beginnen, damit negative Entwicklungen –die Ausbildung einer Spastik und das Erlernen unphysiologischer bzw. unnötiger, kompensatorischer Bewegungsabläufe – verhindert bzw. kontrolliert werden können. Hemiplegiepatienten, die im Akut-krankenhaus nach Bobath betreut wurden, haben bessere Erfolgsaussichten in der weiteren Rehabilitation.